hütchen

Was ist dein Herzensprojekt?

Kleine freche Handpuppen sind mein Herzensprojekt. Handgenähkt, zumeinst aus Stoffresten, alter Pappe und was man so im Haushalt (aber auch mal im Bastelladen) findet.

So wie Kumquats oder die Puppets oder gar Muppets?

Oh, ich fühle mich geehrt, gleich mit so großen Namen in Verbindung gebracht zu werden, danke schön.
Nein. Kumquats sind Therapie- und Lernpuppen, die schon sehr lange am Markt sind und ihre Zielgruppe haben und recht groß sind. Auch geht es dort geht mehr um die Vermittlung von Lerninhalten, wenn ich deren Webseite richtig verstanden habe.

Die Puppets und Muppets sind schon eher Benchmark, allerdings unterscheiden sich meine Handpuppen in 3 wesentlichen Faktoren:

1. Meine Puppen werden ausschließlich mit nur einer Hand bespielt.

2. Sie sind ein Upcycling-Produkt (werden aus anderen Produkten, die nicht mehr benötigt werden, erstellt).

3. Sie entstehen erst durch die Menschen, die sie basteln, sie werden nicht von Designern entwickelt. Daher hat jede Puppe einen ganz eigenen Charakter und Look. Nicht eine Puppe ist wie die andere.

Meine Puppen sollen für den, der sie macht, etwas ausdrücken, sein oder darstellen und er kann was auch immer er möchte, in diese Puppe hineingeben. Meine Puppen sind sozusagen der persönlicher Botschafter und Freund eines jeden, der sie nach meinem Konzept bastelt und der etwas zu sagen hat oder sagen möchte oder einfach mal wieder jemanden braucht, der ihm zuhört.

Klingt ganz spannend, aber warum genau machst du das eigentlich, Isefee? Und für wen?

Mir haben die Puppen einfach sehr sehr viel von mir selbst zurückgegeben, was ich dachte verloren zu haben. Sie haben mir geholfen, mich auszudrücken und meine Kreativität und auch das eine oder andere Gefühl wieder zu finden. Daher habe ich sie ursprünglich für mich - (und aus purem Blödsinn, den ich damit mit meinem Bruder und meinem Neffen veranstalten wollte) - gemacht. Dank der Resonnanz von außen und meinem Glauben an diese Idee mache ich sie nun auch für andere und gehe daher nun in kleinen Schritten damit an die Öffentlichkeit.

Soweit ich richtig informiert bin, können Puppen den Menschen helfen, eigene Gefühle und Erlebnisse auf sie zu übertragen und somit z. B. zu dissoziieren und zu verarbeiten. Und viele Kinder haben ein Lieblingskuscheltier/-puppe, welches später zum besten Freund, Beschützer, Versteher, Ratgeber, Tröster, Zuhörer etc. wird. Dieser Freund weiß alles und sie vertrauem ihn. Wiederum gilt es bei traumatisierten Menschen darum, überhaupt erst einmal wieder einen Zugang zu sich selbst zu bekommen. Das sind alles Ansätze, an denen ich mit den Isemates ansetzen kann und werde.

Die Menschen finden sie lustig oder niedlich, hören zu und schauen hin. Meinem Karl, dem Zugereisten, der nur Englisch spricht, wird zugehört - dem Ausländer, der gebrochen nach dem Weg fragt, weichen wir aus. Törtchen ist unglaublich frech, vorlaut, quirlig. Das finden wir süß aber das nervige Kind in der Bahn möchten wir gern ins Nachbarabteil verfrachten. Mit diesen Puppen möchte ich uns allen einen - gern mit Humor und Augenzwinkern entschärftes - Spiegelbild vorhalten, möchte erfreuen oder begeistern, jemanden zum Lachen bringen oder eine Freude machen.

Ich möchte den Zugang, den Puppen zu uns Menschen habe, nutzen, um uns daranzu  erinnern, dass keiner von uns perfekt ist aber wir alle dennoch liebenswert sind.

Wo soll die Reise mit den Puppen denn hingehen? Was dürfen wir erwarten, was befürchten?

Ich möchte noch nicht alles verraten, aber es wird die Puppen bald sicherlich zu kaufen geben entweder vorgefertigt oder zum Selberbaslten. Später vielleicht auch Bastel-Kurse und vielleicht mach ich auch einen Bauchredner-Kurs, wer weiß das schon?

Der Plan ist per Social Media eine internationale Community aufzubauen, die mit ihren kunterbunten Puppenpersönlichkeiten für mehr Menschlichkeit mitten unter uns einsteht mit ihren Geschichten, Schicksalen und kleinen oder großen Heldentaten Mut machen soll, sich selbst zu finden und in aller Individualität auszudrücken und zu sein.

Eine Youtube-Welle wäre großartig, eine eigene kleine Webseite unter www.mutbringer.com ist in Arbeit ...

 

Stimmt es, dass du gar nicht nähen kannst geschweige denn Ahnung von Videos oder Social Media hast?

Ja, bis auf die Tatsache, dass ich mit 16 mal einen Nähkursus hatte kann ich nicht nähen und haben zunächst alles per Hand gemacht. Inzwischen habe ich so einige Nähvideos genäht und versuche mein Taschengeld mit selbstgemachten Utensilios, Schminktäschchen, iPad-Kissen etc. auch für dieses Projekt aufzustocken. Und Social Media, WordPress, Video-Schnitt-Programme neben Online-Shop-Widgets füllen meine Freizeit derzeit doch sehr aus.
Und ja, auch die Videos habe ich selbst gemacht - daher sind sie auch krum und schief, wie die Puppen übrigens aktuell auch noch.

Aber jeder hat ja mal angefangen. Ich finde, wir sollten mehr zu unserer Unperfektheit stehen und mehr auf die eigentliche Botschaft achten.